“Gesunde” Alternative: Fakt oder Fake?
E-Zigaretten, Nikotinbeutel & Co werden zunehmend als „gesunde“ Alternative zur klassischen Zigarette vermarktet. Tatsächlich geht der Zigarettenkonsum zwar seit Jahren zurück – ein Erfolg von Rauchverboten, rauchfreien Zonen und wachsendem Gesundheitsbewusstsein. Gleichzeitig reagieren Tabakkonzerne mit neuen Produkten, die weiterhin Nikotin liefern und gezielt als moderne, harmlose Option beworben werden.
Doch der Eindruck täuscht: Auch diese Produkte sind gesundheitlich riskant und bergen ein hohes Suchtpotenzial. Besonders Jugendliche stehen im Fokus der Industrie, da Geschmacksvielfalt, Design und Social-Media-Präsenz die Produkte attraktiv wirken lassen.
Wasserpfeife – Shisha
Neben Zigaretten sind E-Zigaretten und Shishas besonders bei Jugendlichen verbreitet. Aromatisierte Produkte erleichtern den Einstieg und wirken oft harmlos, sind aber keineswegs risikofrei. Shisha-Rauch enthält durch die Kohleverbrennung zahlreiche Schadstoffe und Kohlenmonoxid, die auch durch Wasser nicht gefiltert werden. Der tiefere Rauch wird stärker inhaliert und kann so die Nikotinaufnahme erhöhen und eine Abhängigkeit fördern. Damit stellen E-Zigaretten und Wasserpfeifen ein ernstzunehmendes Einstiegsrisiko in die Nikotinsucht dar.


E-Zigaretten
E-Produkte wie E-Zigaretten, E-Shishas oder E-Zigarren werden zunehmend als Lifestyle und vermeintlich „rauchfreie“ Alternative zur Zigarette vermarktet. Da oft von „Wasserdampf“ die Rede ist, entsteht der Eindruck, sie seien harmlos – sowohl für Konsumierende als auch für das Umfeld. Das ist jedoch nicht korrekt. Beim „Dampfen“ wird ein Liquid aus Propylenglykol, Glycerin, Aromen und teils Nikotin erhitzt und inhaliert. Dabei entstehen feine Partikel und potenziell schädliche Stoffe, die tief in die Lunge gelangen können. Auch wenn E-Produkte weniger Schadstoffe als Tabakrauch enthalten, ist über die langfristigen gesundheitlichen Folgen des Inhalierens vieler Inhaltsstoffe noch wenig bekannt.
Tabak-Erhitzer
Tabakerhitzer werden als moderne Alternative zur Zigarette beworben, bei der Tabak nicht verbrannt, sondern elektrisch erhitzt wird. Dabei entstehen Aerosole statt Rauch. Trotz dieses Unterschieds sind sie keineswegs harmlos. In den Aerosolen wurdenüber 500 Stoffe nachgewiesen, darunter auch gesundheitsschädliche und krebserzeugende Substanzen wie Formaldehyd oder Acrolein. Zudem enthalten Tabakerhitzer weiterhin Nikotin in ähnlicher Menge wie Zigaretten und bergen damit ein hohes Suchtpotenzial. Eine gesunde Alternative sind sie daher nicht – auch ihre langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen sind noch nicht ausreichend erforscht.


Nikotinbeutel – Pouches
Nikotinbeutel (Nikotinpouches) werden zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert und geben dort Nikotin direkt an den Körper ab. Trotz ihrer unauffälligen Anwendung können sie ähnlich viel oder sogar mehr Nikotin als Zigaretten liefern und haben ein hohes Suchtpotenzial. Durch Aromen sind sie besonders bei Jugendlichen beliebt. Gleichzeitig können sie Entzugserscheinungen fördern und die Mundschleimhaut sowie das Zahnfleisch schädigen. Auch wenn sie keinen Tabak enthalten, sind Nikotinbeutel keineswegs harmlos und gesundheitlich riskant.
Tabakbeutel – Snus
Snus sind fein gemahlene Tabakprodukte, die als Beutel unter die Lippe gelegt werden und dort etwa 15–30 Minuten Nikotin über die Mundschleimhaut abgeben. Dadurch entsteht ein rascher Wirkungseffekt im Gehirn, der jedoch schnell zu einer Abhängigkeit führen kann.
Auch wenn Snus nicht geraucht werden, sind sie nicht harmlos: Sie enthalten krebserzeugende Stoffe und können den Mundraum erheblich schädigen, etwa durch Zahnfleischschwund, Karies oder Schleimhautveränderungen. Langfristig bestehen zudem Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.


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